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Historeysen

Wenn der Wunsch zum Willen wird

Es ist schon eigenartig. Jahrelang hat man Umfragen gestartet, sogar mehrfach abgestimmt und nie gab es eine wirklich eindeutige Mehrheit für die Unabhängigkeit Kataloniens. Dann plötzlich ruft die sich auf 48 Prozent der Stimmen Kataloniens berufende Lokalregierung die Unabhängigkeit Kataloniens aus – angeblich mit 90 prozentiger Unterstützung durch die Katalanen. Und in Europa hinterfragen viele Journalisten diese seltsame Konstellation nicht, sondern schwafeln von einer gerechtfertigten… 

Was eine Unabhängigkeit Kataloniens mit dem Bosnienkrieg zu tun hat

Der Jugoslawienkrieg begann mit der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens. Restjugoslawien liess Slowenien fast ohne Kriegshandlungen ziehen, weil das Land ethnisch mehr oder weniger homogen war – sprich, es leben fast nur Slowenen in Slowenien. Mit der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens begann der erste mit grosser Vehemenz geführte Krieg. Und dieses Szenario könnte auch Katalonien drohen, sollte eine Unabhängigkeit umgesetzt werden. Das durch Serbien dominierte Restjugoslawien war zwar äussest nationalistisch… 

Mostar – die vielleicht faszinierendste Stadt, die ich kenne

Als ich vor bald 15 Jahren meine erste Reyse tat, war ich auch in Mostar gelandet. Der Ort hatte mir ausserordentlich gut gefallen und ich freute mich sehr, hierher zurückzukehren. Zumal ich es im touristischen Dubrovnik kaum mehr ausgehalten hatte. Es scheint einen umgekehrten Koeffizienten zu geben zwischen touristischer Attraktivität eines Ortes und der Attraktivität der diesen Ort besuchenden Touristen… Touristisch ist Mostar zwar auch,… 

Katalonien

Vor kurzem scheint Spanien die Rechtsstaatlichkeit verlassen und sich in eine franquistische Diktatur verwandelt zu haben, die die Katalanen wie Sklaven ausbeutet und deren Rechte mit Füssen tritt. Kaum ein Superlativ ist den Unabhängigkeitsbefürwortern gross genug, um auf ihre desolate Lage hinzuweisen. Mit der Realität hat dies allerdings nichts zu tun. Die zwei KonfliktparteienEs stellt sich deshalb die Frage, warum die Emotionen plötzlich so hochkochen.… 

Vom Nutzen und Nachteil des Tourismus

„How have you enjoyed your Breakfast today?“ Diese Frage lief mir heute während des ganzen Flugs nach Hongkong nach. Ich hatte sie enttäuscht. War schon gestern nicht zum Frühstück erschienen und heute auch wieder nicht. Was sie nicht verstehen wollte oder nicht verstehen konnte. War das Frühstück denn nicht gut genug gewesen? In der Tat war ich nicht wirklich begeistert, es war too much und… 

Rasante Entwicklung

Sein Geburtsjahr weiss er nicht so genau. Und Namen hat er zwei. Also nicht einen Doppelnamen, sondern zwei amtliche Namen. Irgendwie wegen der Roten Khmer, denn geboren wurde er während deren Herrschaft. Die Namen zu vereinheitlichen würde Geld kosten und bislang kann er auch mit zwei Namen gut leben. Oder sogar: immer besser leben. Er sprach mich an auf einem Spaziergang in Banlung. In den… 

Die Brutalität der Tradition

Seit 5 Monaten gibt es Strom in ihrem Dorf, die Strasse dahin war 2014 noch unbefestigt, sprich in der Regenzeit kaum passierbar. Gleichwohl liegt das Dorf nur wenige Kilometer hinter der Provinzhauptstadt Sen Monorom an einer wichtigen Durchgangsstrasse und kann nicht als besonders abgelegen gelten. Was hier allerdings geschah, ist nur schwer zu fassen und basiert zu wesentlichen Teilen auf traditionellem Aberglaube und man mag… 

Heavy Metal im Paradies

Heute ist Ruhetag. Wohlverdient nach 10 Tage Reysen und vielen eindrücklichen Erlebnissen. Geweckt werde ich allerdings schon früh durch ein lautes Schnauben. Ein Grizzly? Gibt es die hier überhaupt? Dann wohl eher eine Kuh oder ein Pferd, wie sie auf der Farm grasen sollen – gesehen hatte ich sie noch nicht, dafür war es gestern Abend zu dunkel gewesen. Ich lasse den Tag langsam angehen,… 

Der ganz grosse Blues

„Wer eine Brille trug, wurde beschuldigt, im kapitalistischen Sinne hübsch aussehen zu wollen. Und wer hübsch sein wollte, galt als faul und musste bestraft werden.“ (Lorenz, Erich. Lesereise nach Kambodscha. Wien 2015) Ich war so stolz gewesen! Endlich hatte ich mal nicht verarschen lassen und ein TukTuk fernab der Touristenwelten genommen, das mich zu einem unfassbar günstigen Preis zu den Killing Fields fuhr. Die Frage… 

…Swing und Blues in Phnom Penh

Noch weiterhin verbluest entsteige ich dem Air Asia Flugzeug, das trotz leicht verspätetem Abflug zwanzig Minuten zu früh – nach weniger als einer Stunde – in Phnom Penh landet. Einmal mehr musste ich verschiedene (fast) redundante Formulare ausfüllen – allmählich kenne ich die Passnummer auswendig. Der Flughafen ist klein, der Weg zum Schalter, wo die „Visa on arrival“ ausgestellt werden kurz. Circa zehn Beamte sitzen…